Bewerbungen in Luxemburg

Im Großherzogtum funktioniert das mit den Bewerbungen etwas anders, als wenn man sich z.B. in “good old Germany” bewirbt. Man schickt – meist in einer völlig überteuerten Bewerbungsmappe – einen Haufen Zeug (Zeugnisse, Lebenslauf, Anschreiben, Arbeitszeugnisse) zum potentiellen neuen Arbeitgeber, den man allerdings brav zurückerhält, sofern man nicht in Betracht gezogen wird – das wird euch in Luxemburg nicht passieren 🙂 Daher spart bitte am Erscheinungsbild eurer Bewerbung und lasst die Bewerbungsmappe einfach weg.

In Luxemburg beschränkt man sich auf den aktuellen Lebenslauf (meist in englischer oder französischer Sprache, gelegentlich aber auch in deutsch) und ein Motivationsschreiben. Also im Klartext: ein “CV” (Curriculum vitae) und ein “motivation letter” (oder auch franz.: lettre de motivation).

Andere Länder, andere Sitten….

Beim Bewerbungsschreiben gelten die gleichen Regeln wie in Deutschland. Der Kandidat sollte sich im Klaren sein, welches seine stärksten Argumente für die gesuchte Funktion sind. Dabei gilt es, diese möglichst interessant zusammenzufassen und abstrakte Worthülsen zu vermeiden.

Der Lebenslauf ist mit dem PC geschrieben und wie ein deutscher Lebenslauf aufgebaut. Besonderen Wert sollte man auf die relevanten Erfahrungen und Kompetenzen legen, Der Lebenslauf sollte nicht länger als 2 Seiten sein und nicht unterschrieben oder datiert sein – wie es in Deutschland üblich ist. Des Weiteren ist ein Foto nicht nötig, es sei denn es ist explizit in der Stellenausschreibung verlangt. Gleiches gilt für Abschluss- oder Arbeitszeugnisse. Beides wird der Bewerbung nur auf Verlangen beigelegt.

Inzwischen habe ich auch die andere Version des Lebenslaufes häufiger gesehen, und zwar mit der rezentesten Beschäftigung zuerst. Dies habe ich für meinen Lebenslauf übernommen und ihn auch etwas kreativer gestaltet – nein, nicht mit Lügen – sondern mit kleineren blauen Akzenten. Bisher ist es immer nur positiv aufgefallen.

Solltet ihr nach ein paar Wochen keine Antwort erhalten, könnt ihr gerne freundlich nachfragen, ob sich hier etwas getan hat. Ich spreche aus eigener Erfahrung und habe von einer Bewerbung im August erst im Oktober wieder etwas gehört. Daher: Geduldig bleiben. Die Luxemburger Mühlen mahlen eben etwas langsamer.

Darüber sollte man sich auch im Klaren sein, wenn man dort eine Stelle antritt. Es kann durchaus sein, dass die Lohnsteuerkarte (die leider nur pro Arbeitgeber ausgestellt wird und nicht pro Individuum) durchaus 2 Monate braucht, bis sie letztendlich von der  – ACD (Administration des contributions directes) zugestellt wird. Aber keine Angst !! Sollte euer neuer Arbeitgeber euch entsprechend zu hoch besteuern, bekommt ihr spätestens bei der nächsten Gehaltsabrechnung nach dem Empfang der Lohnsteuerkarte die zuviel gezahlten Steuern zurück.

Wollt ihr mehr Informationen zu Luxemburg, lasst es mich wissen.

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